Alfred Korzybski
* 03. Juli 1879 in Warschau, † 01. März 1950 Lakeville, Connecticut; Entwickler der „Allgemeinen Semantik“ in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Leben:
Alfred Korzybski studierte an der Universität Warschau Ingenieurwissenschaften. Während des ersten Weltkrieges wurde er zum Wehrdienst der russischen Armee berufen. Aufgrund mehrerer Verletzungen, schickte die russische Armee ihn in die Vereinigten Staaten, um dort den Versand von Artillerie nach Russland zu übersehen. Dort ließ er sich dann auch familiär nieder. Von Korzybski stammt eine bekannte Metapher, die als erkenntnistheoretische Grundannahme häufig zitiert wird: „Die Landkarte ist nicht das Gebiet“. Darin wird die grundlegende Diskrepanz zwischen unserer Wahrnehmung der Welt und der Welt selbst angesprochen, da wir alles, was wir von der Welt wissen, selbst hervorbringen. Auch zwischen unserer Sprache (als Landkarte) und unseren Erfahrungen (dem Gebiet) gibt es Diskrepanzen, da die Sprache nie dem genauen Erlebnis entspricht. Das hat zum einen eine sinnvolle, vereinfachende Funktion, kann aber auch zu Problemen führen. 1938 gründete Alfred Korzybski in Lakeville das „Institut für Allgemeine Semantik“. Außerdem war er Dozent in Havard.
Coachingbezug:
In seinem 1933 veröffentlichten Werk „Science and Sanity“ entwickelte Korzybski aus den damals bekannten neurobiologischen und evolutionsbiologischen Kenntnissen ein therapeutisches Modell, das er „Neurolinguistisches Training“ nannte. Dieses Modell beruht auf Korzybskis Annahme, dass unser Gehirn solche Vorstellungen erzeugen kann, die nicht dem entsprechen, wie es tatsächlich arbeitet, und dass diese Diskrepanzen Probleme bereiten. Das neurolinguistische Training hat zum Ziel, zu Vorstellungen von der Welt zu kommen, die dem entsprechen, wie unser Gehirn arbeitet. Zum Beispiel nimmt Korzybski an, dass die gegebenen Strukturen unserer Sprache uns auf unangemessene Reaktionen konditionieren, und dass diese unangemessenen Reaktionen durch solche Sprachstrukturen überwunden werden können, die der Arbeitsweise unseres Nervensystems entsprechen.
Seine Hypothesen zeigen Parallen zum radikalen Konstruktivismus und zu dem, was im Systemischen Coaching „Wirklichkeitskonstruktion“ genannt wird, auf. In diesem Denkansatz verwischen die Grenzen zwischen einer NLP-Ausbildung und einer Coaching Ausbildung.
Hinterlassenschaft:
Gründer des „Instituts für Allgemeine Semantik“
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