Was ist Coaching und was ist damit möglich?
Die kurze Antwort lautet: Coaching ist eine professionelle und zielorientierte Prozessbegleitung. Sie unterscheidet sich von anderen Unterstützungsformaten, z.B. der klassischen Beratung, insbesondere dadurch, dass ein/e Coach in der Regel keine Ratschläge gibt oder Lösungsvorschläge macht. Stattdessen helfen bestimmte Fragetechniken und Methoden dem Klienten, seine eigene, individuelle Lösung für sein Anliegen zu finden. Der Fokus liegt beim Coaching immer auf den eigenen Potenzialen und Ressourcen des Klienten.
Zur Wahrheit gehört jedoch gleichzeitig: Unter „Coaching“ verstehen viele verschiedene Menschen viele verschiedene Dinge. Es wird häufig als Sammelbegriff genutzt für unterschiedliche Methoden, nach denen man mit Menschen arbeiten kann. Die begriffliche Abgrenzung zu verwandten Fachgebieten wie Psychotherapie oder Beratung ist häufig unscharf.
Hinzu kommt, dass „Coach“ bisher keine geschützte Berufsbezeichnung ist – wer sich selbst als Coach bezeichnen möchte, ist erst einmal frei, das zu tun, auch ohne fundierte Coaching Ausbildung. Dadurch herrscht eine relativ große Unsicherheit darüber, was Coaching eigentlich ist – und was es nicht ist. Auf dieser Seite versuchen wir, einige fundamentale Grundlagen zu klären und etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

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Inhaltsverzeichnis
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- Was sind die Merkmale von Coaching?
- Welche Arten von Coaches gibt es?
- Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Training?
- Coaching als Prozessbegleitung
- Selbstwirksamkeit im Coaching
- Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Beratung?
- Was sind mögliche Anlässe für Coaching?
- Business Coaching vs. Personal Coaching
- Themen und Anlässe für Personal Coaching
- Themen und Anlässe für Business Coaching
- Coaching vs. Therapie
- Coaching – nur ein Trend?
- Coaching vs. Lebensberatung
- Coaching-Methoden
- Was ist Systemisches Coaching?
- Coaching-Ablauf oder Coaching-Prozess
- Coaching-Verbände – eine Übersicht
- Einen passenden Coach finden
Definition Coaching
Das Wort „Coach“ stammt aus dem Englischen und bedeutet ursprünglich „Bus“ oder „Kutsche“. Es geht, wie auch das deutsche Wort „Kutsche“, wohl zurück auf den ungarischen Ort Kocs (ausgesprochen in etwa Kotsch), der ab dem 15. Jahrhundert in ganz Europa bekannt wurde für die Produktion erstklassiger, gefederter Kutschen. Später wurde das Wort auch auf den Kutscher selbst bezogen, der die Pferde leitet, bewegt, betreut und ihnen den Weg weist. In der Regel gibt nicht der Coach das Ziel vor, sondern der Klient bzw. der Fahrgast. Ein ortskundiger Kutscher kann seine Passagiere sicher von A nach B bringen und bei einer wagemutigen Zielvorgabe inspirierende Vorschläge machen. Er ist also im besten Sinne ein „Wegbegleiter“.
Der gemeinsame Weg mit einem Coach kann kurz sein und sich nur über einige Stunden und Sitzungen erstrecken, nach denen der Klient sich sicher ist, dass er die weitere Reise allein bestreiten kann und möchte. In anderen Fällen kann der Coaching-Prozess auch über einen längeren Zeitraum und sogar Jahre andauern. Der Coach wird dann zum kontinuierlichen Begleiter, der seinem Klienten auf besonders schwierigen und steinigen Abschnitten immer wieder eine helfende Hand reichen und ihn unterstützen kann.
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Was sind die Merkmale von Coaching?
Coaching als ziel- und ressourcenorientierter Begleitprozess zeichnet sich durch bestimmte Merkmale aus, in denen es sich auch von angrenzenden Berufsfeldern unterscheide. Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:
• Lösungsorientierung: Der Coaching-Prozess orientiert sich an den individuell definierten Zielen des Klienten und zielt auf die Entwicklung von Handlungsoptionen ab.
• Ressourcenaktivierung: Der Fokus im Coaching liegt auf den Stärken, Kompetenzen und Potenzialen der KlientInnen.
• Individualität: Coaching geht davon aus, dass es keine pauschalisierbaren, allgemein gültigen Universallösungen gibt. Stattdessen unterstützt es KlientInnen beim Finden ihrer jeweils ganz individuell passenden Lösung.
• Freiwilligkeit: Die KlientInnen nehmen Coaching freiwillig in Anspruch und werden nicht dazu verpflichtet.
• Eigenverantwortung & Selbstwirksamkeit: Die KlientInnen stehen jederzeit selbst in Verantwortung für ihre selbst gesteckten Ziele und ihre Entscheidungen auf dem Weg dorthin.
• Wertschätzung & Vertrauen: Die Beziehung zwischen Coach und KlientIn ist geprägt von Wertschätzung, Respekt, Augenhöhe, Diskretion und Vertrauen.
• Wertungsfreiheit: Der/Die Coach agiert als neutraler Prozessbegleiter, der die Gedanken und Überlegungen seiner KlientInnen nicht bewertet.
• Flexibilität: Coaching ist äußerst vielfältig in der Anwendung und eignet sich für diverse Themen und Anliegen sowohl persönlicher Art als auch aus Business-Kontexten.
• Professionalität: Von der Auftragsklärung bis zum Transfer in den Alltag durchläuft der Coaching-Prozess ganz bestimmte, vordefinierte Phasen, die kennzeichnend sind für professionelles Coaching.
Welche Arten von Coaches gibt es?
Wir möchten in diesem Artikel mehrere Aspekte zum Thema Coaching beleuchten. Einerseits haben wir den Coach und das Coaching als Berufsfeld, als professionelle Prozessbegleitung für unterschiedliche Themen und Anlässe, die wir uns anschauen. Und auf der anderen Seite finden wir Coaching und den Begriff Coach beispielsweise als Trend im Fernsehen. Dort gibt es den Vocal Coach, den Game Coach und viele weitere Arten von Coaches. Man hat das Gefühl, dass sich mittlerweile jeder Coach nennen kann und auch darf. Dabei ist zu unterscheiden zwischen diesen zwei Aspekten: Ob man sich einfach nur so nennen kann oder sich dabei auch in ein professionelles Berufsfeld integrieren kann. Und dann finden wir den Begriff im Sport, als Coach für ein Fußballteam, eine andere Mannschaft sowie auch im Individualsport. Diese Art von Coaching ist aus einer professionellen Sicht allerdings eher eine Form des Trainings ist; die korrektere Bezeichnung wäre hier also „Trainer“.
Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Training?
Was genau ist der Unterschied zwischen Coaching und Training? Der größte Unterschied ist die inhaltlich-fachliche Kompetenz: Ein/e TrainerIn hat auf einem bestimmten Gebiet Expertise und ein spezielles Fachwissen erworben und gibt diese Expertise in Form einer Schulung bzw. eines Trainings an eine andere Person oder eine Gruppe von Personen weiter. Es werden also von einem Experten oder einer Expertin Wissensinhalte vermittelt. Ein Coach hingegen ist Experte für Veränderungen und damit verbundene Prozesse. Bei einem professionellen Coaching im Sinne der Prozessbegleitung wird vorurteilsfrei und ohne Fokus auf eine explizite Wissensweitergabe begleitet.

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Es gilt der Grundsatz, dass der Klient der Experte für die für ihn jeweils passende Lösung ist. Der ihn begleitende Coach hilft seinem Klienten / seiner Klientin dabei, diese Lösung zu finden und zu erreichen. Es ist für den Coach nicht nötig, inhaltlich selbst ein Experte für den Bereich zu sein, in dem der Klient agiert. Der Coach hat so gewissermaßen einen Blick von oben aufs große Ganze und kann mit seine Coaching-Kompetenzen sehr flexibel ganz unterschiedliche Situationen und Konstellationen handhaben. Coaching und Training sind in diesem Sinne zwei ganz verschiedene Kategorien, die sich gut unterscheiden lassen und beide auf dem Markt vertreten sind. Bei der Coaching Akademie Berlin bieten wir sowohl Systemische Coaching Ausbildungen an als auch die Ausbildung zum Systemischen Trainer (Train the Trainer Ausbildung). Die Ausbildungen führen zu den Berufsbildern „TrainerIn“ und „Coach“ und sind nicht zu verwechseln.
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Coaching als Prozessbegleitung
Im Kontext der Prozessbegleitung haben sich in den letzten 20 Jahren mehrere Coaching-Unterarten und Vorgehensweisen entwickelt, wie zum Beispiel Business Coaching, Personal Coaching, Integratives Coaching, Integrales Coaching, Management Coaching, Executive Coaching, Life Coaching und noch einige mehr. Viele dieser Modelle kommen aus den USA oder Großbritannien, einige auch aus Deutschland.
Als Coach kann man sich diese Themenfelder je nach Interesse genauer anschauen. Es ist hilfreich, zu erfahren, was es damit auf sich hat und was es für Gemeinsamkeiten gibt. Dabei wird man feststellen, dass es sich immer um eine Form der Prozessbegleitung handelt. Was heißt das? Ausgangspunkt ist stets der konkrete Anlass, aus dem ein Klient/eine Klientin den Coach aufsucht. Das Ziel ist die Lösung – und der Coach begleitet den Prozess, der zu dieser Lösung führt. Er bringt seinen Klienten von A nach B, genau wie der Kutscher seine Fahrgäste. In diesem Sinne ist Coaching ein lösungsorientiertes Verfahren, bei dem Menschen begleitet werden, um von A nach B zu kommen und ihre Ziele zu erreichen. Ein Verfahren, wo Kompetenzen entfaltet werden, wo Kräfte erlebt werden, wo Lösungen entstehen, wo es viele Aha-Erlebnisse gibt.
Selbstwirksamkeit im Coaching
Die Förderung von Selbstreflexion und Selbstwirksamkeit ist ein zentrales Ziel im Coaching. Die KlientInnen erhalten im geschützten Rahmen eines Coachings die Möglichkeit, ihre Ziele, Motive oder Werte sowie auch mögliche Herausforderungen oder Konflikte frei und offen zu reflektieren. Dem Coach geht es dabei einerseits um Perspektivwechsel und Ressourcenaktivierung, gleichzeitig agiert er als neutraler Beobachter. Er hat jederzeit den Coaching-Prozess im Blick und stellt gezielte Fragen, bewertet die Aussagen und Gedanken seiner KlientInnen jedoch nicht. So schafft Coaching einen Raum, in dem sich die KlientInnen ihrer individuellen Denk- und Handlungsmuster bewusst werden und neue Perspektiven und Lösungsideen entwickeln können.
Zirkuläre Fragen, Methodenvielfalt und die gemeinsame Analyse von Erfahrungen aus der Lebenswelt der KlientInnen können gezielt eingesetzt werden, um Selbstreflexion im Coaching anzuregen. Sie sollen so in die Lage versetzt werden, eigene Ressourcen und Kompetenzen zu erkennen, bewusst zu erleben und für die Bewältigung persönlicher Herausforderungen einzusetzen. Im Sinne der Selbstwirksamkeit wird die Klientin so darin bestärkt, Veränderungen nicht nur passiv zu erleben, sondern sie stattdessen aktiv zu gestalten und selbstbewusste und eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen.
Damit eng im Zusammenhang steht der Begriff der Selbstwirksamkeitserwartung (Bandura, 1977). Er beschreibt eine Erwartungshaltung an sich selbst – nämlich die innere Gewissheit und Überzeugung, auch schwierige Situationen, Aufgaben oder Herausforderungen aus eigener Kraft meistern zu können. Bei vielen KlientInnen ist die Selbstwirksamkeitserwartung nicht sehr stark ausgeprägt oder hat durch erlebte Negativerfahrungen Brüche bekommen. Coaching kann dabei unterstützen, diese Risse zu kitten, Wunden zu heilen und die eigene Selbstwirksamkeit zu stärken. Dies geschieht z.B. durch Sichtbarmachen von Erfolgen, Fokussierung von Ressourcen und Stärken und die Entwicklung individueller Lösungsansätze.
Die Stärkung der Selbstwirksamkeit kann insofern als zentraler Wirkmechanismus für nachhaltige Entwicklungs- und Veränderungsprozesse im Coaching betrachtet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Beratung?
Coaching ist unbedingt zu unterscheiden von Beratung oder Consulting. Beim Coaching wird inhaltlich gar nicht beraten. Das heißt, wenn jemand mit einem bestimmten Thema oder mit einem Problem kommt und gerne eine Lösung dafür hätte, kann der Coach ihm oder ihr inhaltlich eigentlich nicht helfen. Er kann aber dabei unterstützen, dass die Person die für sie richtige Lösung selbst findet und den Weg dorthin eigenständig gehen kann. Der Coach begleitet diesen Prozess lediglich. So gesehen gibt es im Coaching gewissermaßen eine Aufgabenteilung zwischen Coach und Klient: Der/die KlientIn ist Experte für den Inhalt, die Lösung für sein oder ihr Problem schlummert verborgen in ihm selbst. Der Coach hingegen ist derjenige, der Wissen über den Prozess hat, also über den Weg, wie die Lösung ans Licht gebracht und erreicht werden kann. Er unterstützt seine KlientInnen dabei, aus ihrer Expertise heraus genau die richtigen Entscheidungen zu treffen und die richtigen Wege und Schritte zur Lösung zu gehen.
Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel Wie bleibe ich in meiner Rolle als Coach? Der Unterschied zwischen Training, Mentoring, Therapie, Beratung und Coaching

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Was sind mögliche Anlässe für Coaching?
Wie sich bereits anhand der Titel der unterschiedlichen Coaching-Methoden und -Arten erkennen lässt, gibt es verschiedenste Anlässe für Coaching. Grundsätzlich kann man unterscheiden zwischen einem Coaching für persönliche Themen und Anlässe sowie einem Coaching im Businesskontext, sprich: Im unternehmerischen, geschäftlich-organisatorischen Kontext. Auch in unseren Ausbildungen haben wir die Unterscheidung von Personal Coaching und Business Coaching. Das heißt allerdings nicht, dass es Unterschiede in der Methodik gäbe, im Gegenteil. Es bedeutet lediglich, dass sich die Coaching-Anlässe der Klienten und ihre Themen unterscheiden.

Business Coaching vs. Personal Coaching
Innerhalb der Ausbildung und auch in der praktischen Arbeit als Coach ist die Entscheidung, sich zu spezialisieren, letztlich einfach eine individuelle Entscheidung des jeweiligen Coaches: Der eine Coach fühlt sich bei persönlichen Themen mehr zu Hause und ein anderer mehr bei geschäftlichen Anlässen. Auf keinen Fall könnte man sagen, das eine oder andere wäre pauschal besser und deshalb vorzuziehen – es ist wirklich einfach eine Frage der persönlichen Präferenzen. Im Rahmen einer Marktanalyse mag bei der Entscheidung wohl hin und wieder auch die Marktsituation am jeweiligen Standort eine Rolle spielen. Sie sollte jedoch nie der ausschlaggebende Faktor sein.
Themen und Anlässe für Personal Coaching
Womit befasst sich nun ein Systemischer Personal Coach? Die persönlichen Anlässe können sehr vielfältig sein und umfassen in der Regel persönliche Herausforderungen im privaten Kontext, vielleicht familiär oder die eigene Entwicklung betreffend. Das können z.B. Konflikte im privaten Umfeld sein, Beziehungsthemen, Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation oder das Gefühl, eine Blockade zu erleben oder bei einem bestimmten Thema festzustecken.
Häufig spielen Themen wie Work-Life-Balance, Überforderung oder Karriereentwicklung eine Rolle, Unsicherheit, Unklarheit, Entscheidungsprobleme oder auch körperliche Symptome.
Weitere mögliche Themen können z.B. sein:
- Ziele nicht erreichen können
- Geldsorgen
- Jobwechsel
- Umgang mit den eigenen Mustern
- Sinnfindung / Purpose
- Partnersuche
- Konflikte in Familie oder Freundeskreis
- Umgang mit Verlust oder Krankheit
- Umgang mit Restriktionen
- Lebensveränderungen und persönliche Transformation
Im Personal Coaching kann hierzu Unterstützung gefunden werden, so dass die Klienten zu ihrer individuellen Lösung und ihrem Ziel gelangen.

Themen und Anlässe für Business Coaching
Im Businesskontext werden hingegen unternehmerische Anlässe angegangen, z.B. bei einem Executive Coaching für Führungskräfte. Die Methodik, nach der im Business Coaching gearbeitet wird, unterscheidet sich nicht so stark von derjenigen im Personal Coaching, doch die Inhalte sind meist sehr unterschiedlich. Hier geht es vor allem um Themen im beruflichen Umfeld, z.B. Mitarbeiterführung, Konfliktmanagement, Verhandlungen, Organisationsentwicklung und Change Management.
Insbesondere das Führungskräfte Coaching spielt eine große Rolle. Hierbei geht es darum, Führungskräften zu helfen, andere Perspektiven einzunehmen, sie in Prozessen zu begleiten, ihre Fähigkeiten und ihre Haltung zu verbessern oder aufzubauen. Tiefergehende Themen können hier z.B. Konflikte mit Mitarbeitenden oder anderen Führungskräften oder Vorgesetzten sein, bei denen der Coach bei einer Konfliktlösung unterstützt. Auch Ziele sind im Business Coaching sehr wichtig; beispielsweise ist das Thema Karriere häufig von großer Bedeutung.
Typische Aufgaben im Business Coaching sind z.B. die Durchführung eines Management Coachings für die Managementebene oder eine Executive bzw. Leadership Coaching. Für diese speziellen Anlässe gibt es bestimmte Tools, die dabei helfen können, die KlientInnen zu unterstützen.
Ein Business Coach kann auch den Auftrag erhalten, in ein Unternehmen hineinzugehen und ein Mitarbeitercoaching durchzuführen, damit diese ihre Ziele erreichen. Diese Form des Coachings kann besonders interessant sein, da hier möglicherweise unterschiedliche Interessen oder Auftraggeber vorhanden sind. Das gleiche gilt für Teamcoachings, bei denen Teamentwicklungsmaßnahmen durchgeführt werden. Diese Art des Business Coachings passiert oft innerhalb einer Organisationsentwicklung. Da auch hier häufig unterschiedliche Ziele und Vorstellungen einzelner Individuen vorliegen, bedarf es ganz besonderer Fähigkeiten und Methoden eines Coaches.
Gleichzeitig sind die Grenzen zuweilen fließend und es kann auch Überschneidungen zum privaten Bereich geben, z.B. bei Mobbing und ähnlichen Themen. Im Zuge der mobilen und technologischen Weiterentwicklung unserer Gesellschaft (Stichworte: Digitalisierung, mobiles Arbeiten, ständige Erreichbarkeit usw.) verschwinden und verschwimmen die Trennungen zwischen privatem und beruflichem Bereich mehr und mehr – und das spüren wir teilweise auch im Coaching. Nicht zuletzt haben wir es auch im Businesskontext immer mit Menschen zu tun, mit Persönlichkeiten, die zueinander in Beziehung stehen und miteinander interagieren. Der Business Coach begegnet diesen Menschen mit derselben offenen, wertschätzenden Haltung wie der Personal Coach seinen KlientInnen, die ihn mit einem privaten Thema aufsuchen. Auch arbeitet er im Allgemeinen nach ganz ähnlichen Methoden – der Unterschied liegt in erster Linie einfach im Anlass des Coachings.
Coaching vs. Therapie
Bei persönlichen Themen ist es wichtig, zu wissen, dass hier keine KlientInnen mit einer pathologischen Diagnose in das Coaching kommen, wie in einer Therapie. Bevor Coaching ab Anfang der 2000er Jahre größer und bekannter wurde, wussten viele Menschen nicht so recht, was es ist. Es wurde häufig mit einer Therapie verwechselt und man ging teilweise auch davon aus, dass hier die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Jedoch nimmt Coaching für sich in Anspruch, eine professionelle Leistung zu sein, die ergebnisorientiert für den Kunden arbeitet. Dabei ist es jedoch nicht dazu gedacht, therapeutische Fälle zu behandeln oder einen Heilungsprozess zu begleiten. Dies bleibt weiterhin TherapeutInnen und PsychologInnen vorbehalten.
Zum Coaching kommen auch Menschen mit sogenannten Imprints, die jedoch keine pathologische Ursache haben. Hierbei wird keine Diagnose erwartet, sondern es wird einfach eine Weiterentwicklung angestrebt. Oder es sind Blockaden vorhanden, die jemand gerne auflösen möchte. Auch wenn es hier um persönliche Bereiche geht, so hat dies nichts mit einer Therapie gemeinsam. Das heißt, wer eine Therapie wünscht, der geht zur Therapie und wer ein Coaching möchte, der geht zum Coach.

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Coaching – nur ein Trend?
Ungefähr seit Mitte der 2010-er Jahre wird Coaching sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen immer stärker nachgefragt. Im Jahr 2018 betrug das Wachstum von Anfragen aus der Wirtschaft an Coaches in Deutschland gegenüber dem Vorjahr über 30 Prozent – ein ziemlich sattes Plus. Der Anstieg ist vor allem mit dem Umstand zu verdanken, dass Unternehmen und Führungskräfte feststellen konnten, welchen Effekt Coaching haben kann. Mittlerweile gibt es auch einige Untersuchungen dazu, wie sich die Arbeit von Coaches auf die Entwicklung von Unternehmen positiv ausgewirkt hat. Deswegen ist der Trend, den es hier zu verzeichnen gibt, bisher ungebrochen.
Hinzu kommen zwei weitere Entwicklungen, die miteinander in Beziehung stehen: Der demografische Wandel und der gesellschaftliche Fortschritt. Unternehmen bekommen mehr und mehr einen akuten Fachkräftemangel zu spüren und setzen verstärkt auf Employer Branding und die Berücksichtigung von Mitarbeiterinteressen. Gleichzeitig fühlen sich Arbeitnehmer und Mitarbeiter in ihrer Position gestärkt, treten selbstbewusster auf und denken auch anders als noch vor 20 Jahren. Es gibt neue Prioritäten, eine Werteverschiebung findet statt und setzt die Unternehmen zunehmend unter Druck. Gerade jüngere Menschen wünschen sich heute nicht mehr nur eine aufs Geldverdienen ausgerichtete Karriere, sondern suchen eine sinnstiftende Arbeit und wollen auch ihre Werte verwirklicht sehen.
Hier wird Coaching immer relevanter, insbesondere das Team- oder Organisationscoaching. Oft können die Unternehmen diese Veränderungen nicht alleine bewältigen, so dass externe Hilfe und damit ein Blick von außen auf die Organisation nötig ist. Hier kann der (Business) Coach als Experte für Prozessbegleitung bei einer Transformation und Weiterentwicklung professionell zur Seite stehen.
Auch beim Personal Coaching ist es so, dass immer mehr Menschen feststellen, wie wirksam es sein kann. Manchmal bekommen Coachees und KlientInnen aus ihrem Umfeld die Frage gestellt: „Warum gehst du nicht in eine Beratung oder machst eine Therapie?“ Ganz einfach: Weil die Nachhaltigkeit eines Coachings oft höher ist als bei anderen Methoden – und zwar gerade dadurch, dass hier eine Prozessbegleitung stattfindet und keine inhaltliche Beratung. Im Coaching wird ein Erfahrungsbezug mit sich selbst geschaffen. Diese Erfahrung kann dann ins eigene weitere Leben mitgenommen werden und wirkt nachhaltig, weil sie selbst erlebt und erarbeitet wurde. Daher kommt auch der augenzwinkernde Spruch: „Nicht der Coach arbeitet, sondern der Klient“. Das ist inhaltlich insofern korrekt, als der/die KlientIn tatsächlich den Großteil der Arbeit zu leisten hat und der Coach diesen Arbeitsprozess „nur“ begleitet. Jedoch arbeitet der Coach natürlich sehr wohl gleichermaßen, indem er Anstöße und Impulse gibt, die Abläufe dieser Prozesse überhaupt erst ermöglicht und sie dann eben professionell begleitet. Coaching ist in diesem Sinne natürlich Arbeit und eine professionelle Dienstleistung – das sollte allen klar sein, die vielleicht darüber nachdenken, Coach zu werden.
Coaching vs. Lebensberatung
Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Lebensberatung? Bei dieser Frage geht es hauptsächlich um das Coaching im persönlichen Kontext. Wir können hier nur noch einmal wiederholen: Coaching ist keine Beratung. Auch keine Lebensberatung. Ein/e LebensberaterIn hat meist bestimmte psychologische Fähigkeiten, die ihr/ihm ermöglichen, etwas zu diagnostizieren und anhand dessen zu schauen, was der Mensch braucht. Ein/e LebensberaterIn berät, wie der Titel ja auch schon sagt, die KlientInnen dazu, wie sie ihr Leben gut führen können. Das ist im Coaching überhaupt nicht so. Ein Coach muss nicht unbedingt Psychologie studiert haben und er/sie berät auch die Coachees auch nicht dazu, was sie im Leben tun oder lassen sollen. Coaches sind deshalb keine BeraterInnen, die Ratschläge geben, sondern sie begleiten einen Prozess.
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Was ist Systemisches Coaching?
Eine Vielzahl psychologischer Theorien und Modelle hat in der Entwicklung des Coachings eine Rolle gespielt und tut es weiterhin. Je nach Fokus und Spezialisierung kann die Grundhaltung eines Coaches und die Auswahl der im Coaching-Prozess angewandten Methoden unterschiedlich sein.
Der systemische Ansatz geht davon aus, dass Menschen immer in Wechselwirkung mit ihrem sozialen und organisationalen Umfeld stehen. Das soziale System des Klienten steht deshalb beim Systemischen Coaching im Fokus. Im Coaching-Prozess wird daher nicht nur das einzelne Anliegen isoliert betrachtet, sondern auch Beziehungen, Kommunikationsmuster und Kontextfaktoren werden analysiert und bei der Suche nach Lösungen einbezogen. Methoden wie systemische Fragen, Perspektivwechsel oder Aufstellungen können helfen, neue Sichtweisen zu eröffnen. Die möglichen Reaktionen von Bezugspersonen werden im Prozess mitgedacht und finden bei der Problemlösung im Sinne eines Auswirkungsbewusstseins Berücksichtigung. Dabei gilt der Grundsatz, dass der/die Coach das Problem nicht für den Klienten lösen kann: Der Klient ist Experte für die Lösung.
Coaching-Methoden
Mit welchen Methoden wird im Coaching gearbeitet? Die Methoden für Coachings sind sehr vielfältig und interdisziplinär, deshalb lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Jeder Coach hat natürlich auch seine eigenen, individuellen Arbeitsweisen und Präferenzen. Allgemein lässt sich sagen, dass viele der angewandten Methoden aus den USA stammen und häufig einen therapeutischen Hintergrund haben. Das gilt z.B. für Ansätze aus der lösungsorientierten Kurztherapie bzw. lösungsfokussierten Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg, für die klientenzentrierten Ansätze von Alfred Adler sowie auch für die familientherapeutischen von Virginia Satir oder die gestalttherapeutischen von Fritz Perls.
Bestimmte Fragetechniken, wie z.B. die „Wunderfrage“, sind mittlerweile fester Bestandteil des Coachings. Hinzu kommen Modelle aus den systemischen Ansätzen, wie systemische Fragetechniken. Daraus lassen sich sogenannte Interventionen ableiten. Interventionen kann man sich vorstellen als Prozesse, bei denen die KlientInnen im Coaching begleitet werden, um durch Veränderung von Wahrnehmung und Perspektiven neue Erkenntnisse zu erlangen und sich in ihrer Kompetenz entfalten zu können. Beim Durchlaufen vorgegebener Schritte, sogenannter „Formate“, erleben sie häufig Aha-Momente und gelangen so zur Lösung ihrer Blockaden oder des jeweiligen Themas.
Die Wunderfrage
Stellen Sie sich vor, über Nacht geschieht ein Wunder – und Ihr Problem ist gelöst.
Woran würden Sie am nächsten Morgen erkennen, dass dieses Wunder geschehen ist?
Die Coaching-Methoden sind also zum Teil sehr vielfältig. Gutes Coaching ist als Handwerk zu verstehen. Deshalb sprechen Coaches, wenn es um die angewandten Methoden geht, gerne vom Handwerkszeug bzw. ihrem Werkzeug- oder Methodenkoffer. Dieser Werkzeugkoffer sollte bei allen professionellen Coaches stets gut gefüllt sein, damit im Coaching eine große Auswahl an Werkzeugen (tools) zur Verfügung steht. In einer guten, fundierten und qualitativ hochwertigen Coaching Ausbildung bekommt man eine große Menge an Tools vermittelt. Und natürlich sollte man sich auch als praktizierender Coach regelmäßig weiterbilden, um neue Tools kennen zu lernen und möglicherweise in den eigenen Werkzeugkoffer aufzunehmen – manchmal sind sie besser geeignet für den einen oder anderen Auftrag als die Werkzeuge, die man vorher ausprobiert hat. Coachees wird oft mit auf den Weg gegeben: „Wenn etwas nicht funktioniert, probiere etwas anderes.“ Diese Aussage gilt auch für Coaches im Coaching-Prozess.
Coaching-Ablauf oder Coaching-Prozess
Coaching ist nicht einfach nur ein Gespräch, wo ein bisschen geredet wird, ein paar Fragen gestellt werden und darauf gehofft wird, dass etwas Gutes dabei hinten herauskommt. Sondern ein Coaching umfasst einen ganzen Prozess, der sehr ausgeklügelt und gut durchdacht ist und auf vielen Erfahrungswerten von früheren Coaches basiert. Dieser Prozess wurde insofern hart erarbeitet und es wurde aus Fehlern, die in den Anfängen des Coachings gemacht wurden, gelernt.
Die KlientInnen bekommen oft gar nicht mit, wie komplex ein solcher Prozess eigentlich ist und dies braucht sie auch nicht zu kümmern. Es ist die Aufgabe des Coaches, diesen Prozess zu verfolgen. Der Prozess ist es, der sicherstellt, dass das Ergebnis aus einem Coaching tatsächlich das ist, was die KundInnen gerne erreichen möchten. Dadurch wird das Ergebnis für sie messbarer und klarer, denn der/die KlientIn weiß genau, worin das Coaching am Ende resultiert. Damit kann er/sie faktenbasiert evaluieren, inwiefern das gewünschte Ergebnis für ihn auch eingetreten ist. Durch eine genaue Abfolge von Schritten trägt der Coaching-Prozess auch dazu bei, dass ein Coaching überhaupt erst auf diese Weise professionell wird. Diese Transparenz, Wirksamkeit und Ergebnisorientiertheit hat maßgeblich dazu geführt, dass der Berufsstand des Coaches mittlerweile auch allgemein anerkannt wird.
Die Gestaltung und Struktur des Coaching-Prozesses beruht auf verschiedenen methodischen Ansätzen und wissenschaftlichen Ansätzen der Beratungs- und Veränderungsforschung. Die einzelnen Schritte folgen dabei jedoch keiner starren Vorgabe, sondern können flexibel je nach Klient und Anliegen individuell angepasst werden.
In der Praxis weit verbreitet ist eine 4-Phasen-Struktur des Prozesses:
• Auftragsklärung: Das Erstgespräch dient der Klärung von Zielen, Erwartungen und Rahmenbedingungen. Coach und Klient lernen sich kennen und entscheiden, inwiefern es sich für sie passend anfühlt, sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Der/Die Coach schätzt ein, inwiefern Coaching als Format für das Klienten-Anliegen geeignet ist und zum Erfolg führen kann.
• Vertrag und Zielvereinbarung: Coach und Klient schließen einen schriftlichen Vertrag. Zentrale Ziele werden darin gemeinsam festgehalten und z.B. nach den SMART-Kriterien (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert) definiert.
• Bearbeitungsphase: Die vereinbarten Themen werden in mehreren Sitzungen bearbeitet. Der/Die Coach setzt dabei verschiedene geeignete Methoden ein, z.B. systemische Fragetechniken, Rollenspiele, Visualisierungen, kognitive Umstrukturierung, ressourcenorientierte Ansätze oder biografische Reflexion.
• Transferphase: Die fundierte Reflexion der Ergebnisse und die Entwicklung konkreter Handlungsschritte für die Umsetzung im Alltag des Klienten bilden den Abschluss des Coaching-Prozesses. Eine Evaluation der Zielerreichung und der Zufriedenheit rundet den Prozess ab. Follow-Ups können für die nachhaltige Ergebnissicherung vereinbart werden.
Neben dem 4-Phasen-Modell finden sich in der einschlägigen Coaching-Literatur auch andere Modelle, die in Phasenanzahl oder -struktur abweichen. Manche ExpertInnen fassen einzelne Prozessschritte zusammen oder unterscheiden weitere Schritte wie eine eigenständige Analyse- oder Evaluationsphase. Die genaue Ausgestaltung des Coaching-Prozesses richtet sich nach dem jeweiligen Coaching-Ansatz, dem Setting und den individuellen Bedürfnissen der KlientInnen. Wichtig ist, dass der Prozess dabei immer klar strukturiert, transparent und zugleich flexibel bleibt.
Coaching-Verbände – eine Übersicht
Die Professionalisierung der Coachings brachte es auch mit sich, dass sich verschiedene Coaching Verbände herausgebildet haben, die sich als Berufsverbände verstehen. Allein in Deutschland sind über 20 Coaching-Verbände aktiv und es ist nicht so leicht, hier den Überblick zu behalten, geschweige denn, für sich selbst den „richtigen“ Verband zu finden.
Einige der wichtigsten Verbände der DACH-Region sind zum Beispiel:
- DBVC (Deutscher Bundesverband Coaching)
- DVCT (Deutscher Verband Coaching Training)
- ECA (European Coaching Association)
- QSA (Bundesverband für Qualität in der Systemischen Arbeit)
Den passenden Verband für sich zu finden, ist zum einen eine Frage der persönlichen Präferenzen, zum anderen muss man als Coach für die Aufnahme in bestimmten Verbänden auch gewisse Kriterien erfüllen. Dieser Kriterien-Katalog unterscheidet sich von Verband zu Verband und gilt ebenso für die Anbieter von Ausbildungen. Dadurch wird sichergestellt, dass die vom jeweiligen Verband akkreditierten und zertifizierten Coaching Ausbildungen einem hohen Qualitätsstandard entsprechen. Dies ist besonders für die KundInnen von Bedeutung, damit sie sicher sein können, dass jemand bestimmte Standards einhält und die entsprechenden professionellen Fähigkeiten besitzt.
Einen passenden Coach finden
Um einen geeigneten Coach zu finden, bietet sich eine ausführliche Recherche im Netz an. Hierbei sollte man darauf achten, dass der Coach entsprechend qualifiziert und möglicherweise auch Mitglied in einem Coaching Verband ist. Man sollte dabei stets die eigenen Ziele im Auge behalten und schauen, inwiefern der Coach dafür geeignet ist oder sich sogar darauf spezialisiert hat.
Hat man sich für einen Coach entschieden, so kann daraufhin ein unverbindliches kostenloses Erstgespräch stattfinden. Hier kann man sich nicht nur von der Kompetenz des Coaches überzeugen, sondern sich auch mit der Haltung vertraut machen.
Eine Auswahl an zertifizierten, von der Coaching Akademie Berlin empfohlenen Coaches findet sich in unserem Überblick zu unseren ReferenzpartnerInnen.