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Milton Erickson

* 05. Dezember 1901 in Aurum (White Pine County), † 25. März 1980 in Phoenix, Arizona; Vater der modernen Hypnose und Meister der verbalen und nonverbalen Kommunikation

Leben:
Im Jahre 1919, kurz nach seinem Highschool-Abschluss, erkrankte Milton H. Erickson an einer Kinderlähmung und fiel ins Koma. Nach drei Tagen kam er wieder zu Bewusstsein, könnte sich jedoch nicht mehr bewegen. Ans Bett gefesselt, nutzte er die ihm verbleibenden Fähigkeiten und entwickelte sich zu einem exzellenten Beobachter. Im Jahre 1928 beendete er sein Studium mit einem Master of Arts in Psychologie, sowie einem Doktor der Medizin. Ab dem zweiten Jahr der Universität beschäftigte Erickson sich mit Hypnose. Er entwickelte unentwegt verschiedene Techniken, die von der vorherrschenden Lehrmeinung abwichen. 1939 erhielt Milton Erickson die Zulassung als Facharzt für Psychiatrie und arbeitete als Professor für Psychiatrie in Detroit. Nach dem Umzug nach Phoenix eröffnete er eine private Praxis. 1957 gründete Erickson die „Amerikanische Gesellschaft für Klinische Hypnose“. 1958 gründete er das „American Journal of Clinical Hypnosis“. Ende der 60er-Jahre verschlechterte sich sein Gesundheitszustand und 1976 erkrankte Milton Erickson das dritte Mal an Kinderlähmung. Anschließend war er auf den Rollstuhl angewiesen. Erickson ist der erste Therapeut, bei dem ein systemisches Vorgehen im Sinne der heutigen systemischen Therapie beobachtet wurde, auch wenn er diesen Begriff selbst nicht verwendete.

Coachingbezug:
Durch seine besondere Beobachtungsgabe gelang es Milton Erickson, sich intensiv auf seine Patienten einzulassen und sie durch Techniken des Pacings und Leadings zu ihrem Ziel zu begleiten. Dabei nutzte er nach dem sogenannten Utilisationsprinzip alle Assoziationen, Erinnerungen und bestehenden Muster seiner Klienten für die Erreichung ihrer Ziele. Da Bilder die Sprache des Unbewussten sind, bestand ein wesentlicher Bestandteil Ericksons Therapie in der Verwendung von Metaphern, Anekdoten und Geschichten. Weiterhin ist es typisch für Erickson’sche Interventionen, Verwirrung hervorzurufen, um gewohnte Bezugssysteme außer Kraft zu setzen, eine Neustrukturierung zu ermöglichen und damit Klienten auf eine unbewusste Suche nach Problemlösungen zu schicken. Ericksons hypnotherapeutische Sprachmuster werden heute in Therapien und im Coaching übernommen, ebenso wie die systematische Schulung der Wahrnehmung, das Utilisationsprinzip, die Methode des Pacing und Leading sowie die Auffassung vom Unbewussten als Reservoir an Weisheit und Kraft.
Aus Milton Ericksons Arbeit gehen Ansätze und Modelle hervor, die er selbst nie so benannt hatte (das „Milton-Modell“, von Bandler und Grinder zu diesem zusammengefasst) und in allen systemischen Coaching Ausbildungen gelehrt werden, ohne dass sie direkt auf Erickson zurückzuführen sind. Jede systemische Coaching Ausbildung ist tief geprägt von den Einflüssen Milton Ericksons.

Hinterlassenschaft:
Ansätze und Modelle, die Richard Bandler und John Grinder zum „Milton-Modell“ zusammengefasst haben.

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