Menschen im Coaching und Training

Systemisches Coaching & Training Die perfekte Kombination?

Für Systemische Coaches kann es sinnvoll sein, das eigene Profil um eine Trainer-Ausbildung zu erweitern. Genauso gilt natürlich umgekehrt: Auch im Berufsfeld einer Trainerin gibt es sowohl Schnittmengen zum Coaching als auch Unterschiede, die sich überbrücken lassen. Welche das sind und welche Vorteile sich aus der Kombination der Berufsbilder Coach und Trainer ergeben können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Vom Coach zum Trainer

Systemisches Coaching bedeutet für uns bei der Coaching Akademie Berlin: Der Coach unterstützt in seiner Rolle als Prozessbegleitung aus der systemischen Coaching-Haltung heraus seine Klientin dabei, das für sie attraktive Ziel, den jeweils stimmigen Weg und die individuell passende Lösung für das formulierte Anliegen selbst zu erarbeiten und zu finden. Es kommt der autopoietische Ansatz (siehe Autopoiesis) zum Tragen, der nachhaltig positive Entwicklungen in den Lebenswirklichkeiten der Coachees ermöglicht und begünstigt. Dennoch kommt es vor, dass dieses Vorgehen allein nicht zur Auflösung einer Thematik gereicht. Coaching stößt an seine Grenzen, wo Menschen einen Mangel an Informationen aufweisen und die Verstehbarkeit der Lage und möglicher Lösungen noch nicht gewährleistet ist. Es handelt sich um Informationen, die hilfreich wären, um eine innere wie äußere Ordnung (neu) herzustellen, die Sachlage sortieren und strukturieren zu können und über universelle Gesetzmäßigkeiten zu einer neuen Akzeptanz zu kommen. Es geht um die Vermittlung neuen Wissens für neues Denken, so dass die ersehnte kognitive Klarheit sowie auch das nötige Vertrauen in die Veränderung im Menschen entstehen kann. Coaching-Haltung und Coach-Rolle sind hierbei weniger zielführend. Stattdessen braucht es in diesen Fällen einen Rollenwechsel hin zu einer/einem methodisch versierten WissensvermittlerIn sowie eine adaptierte, lernförderliche systemische Trainer-Haltung.

Welche Möglichkeiten bietet Systemisches Training?

Aus fachlicher Sicht bedeutet das darüber hinaus die Sicherheit in der Arbeit mit Gruppen und die Vertrautheit mit Tools, Techniken und Handwerkszeug eines Trainers. Zertifizierte Systemische TrainerInnen unterstützen und trainieren Gruppen in Unternehmen, Organisationen und Projekten bei Lern- und Veränderungsprozessen zu spezifischen Themen und Inhalten. Die eigenen Interessen und die episodischen Erfahrungen der TrainerInnen können dabei den Background für die Inhalte der Trainings liefern. Thematisch sind sie sehr breit gefächert und umfassen zum Beispiel Kommunikationstraining, Führungskräfte-Entwicklung, Resilienz-Training, Zeitmanagement und vieles mehr. Die Basis dafür bilden häufig die eigenen Erfahrungen und erworbenen Fachkenntnisse, die im Training als Wissensvermittlung weitergegeben werden. Allerdings können es auch ganz andere Inhalte sein. Solide TrainerInnen haben eine zertifizierte Ausbildung absolviert, die sie befähigt, themenoffen alle Inhalte zu vermitteln, die sie vermitteln möchten.

Systemisches Training und Systemisches Coaching ergänzen sich gegenseitig

In der Salutogenese-Forschung herrscht Konsens darüber, dass jeder Mensch für sein ganzheitliches Wohlbefinden (allg. Gesunderhaltung) ein inneres Gefühl von Stimmigkeit benötigt. Dieser innere Zusammenhalt wird bezeichnet als Kohärenz und setzt sich zusammen aus den zuvor genannten Säulen: Sinnhaftigkeit, Steuerbarkeit und Verstehbarkeit. Kohärenz bewirkt Wohlbefinden, Vitalität, Aktivität und Motivation – alles elementar wichtige Bausteine für einen gelingenden positiven Wandel.

Spätestens hier wird deutlich, weshalb es für Prozessbegleitende so sinnvoll und erstrebenswert ist:

  • flexibel in den Rollen ‚Coach‘ und ‚TrainerIn‘ zu sein,
  • beides je nach Bedarf den KlientInnen anbieten sowie
  • transparent und ohne Rapportverlust (siehe Rapport) zwischen den Rollen wechseln zu können.

Mit den kombinierten Kompetenzen von Coach und Trainer können Sie KlientInnen gewinnen durch ein erweitertes, stimmiges und ineinandergreifendes Angebot, das sie umfassend am jeweiligen Standort abholt und eine Brücke hin zum Wunschzustand baut. Schritt für Schritt können sie so aus sich selbst heraus die gewünschte und für sie stimmige Veränderung bewirken.

Mit der Berufskombination Coach und Trainer Grenzen überwinden

TrainerInnen & Coaches profitieren gleichermaßen durch einen erweiterten Handlungsspielraum im jeweiligen Kontext, ein bedarfsgerechtes Angebotsspektrum, eine heterogenere Zielgruppe und das der Berufskombination innewohnende Potenzial. Coaching und auch Training kennen keine Grenzen mehr, denn da wo im Coachingprozess notwendiges Wissen fehlt, können nun über passgenaue Lerneinheiten Lücken geschlossen und das Verständnis für den eigenen Prozess gestärkt werden. Auf der anderen Seite gilt, da wo im Lernkontext Menschen in den Mangel geraten, sich nicht (zu)trauen und Blockaden im Lernprozess aufzeigen, unterstützt die Coachingkompetenz maßgeblich dabei, Menschen wieder in ressourcenvolle Zustände und damit in die Entwicklung zu führen.

Die Vorteile von Coach-TrainerInnen auf einen Blick

Derartig aufgestellte Multiplayer sind auch interessant für Unternehmen, da Maßnahmen mit kombinierten Coaching- und Trainingseinheiten für Gruppen, Teams, Führungskräfte, Abteilungen und ganze Unternehmen große Effizienz, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit versprechen. Auch können sie komplexe Unternehmenskontexte abbilden – viel besser als ‚Entweder-Oder‘-Angebote es vermögen. „Coach-TrainerInnen“ können als kompetente PartnerInnen in Unternehmen flexibel eingesetzt werden und so Entwicklungsprozesse ganzheitlich begleiten. Der Verkauf von Coaching- bzw. Trainingsprogrammen wird dadurch leichter. Und: Statt Stunden- lassen sich nun attraktivere Tages- oder Projekthonorare vereinbaren. Das ist nicht nur wirtschaftlich, sondern bringt auch mehr Farbe und Spaß in die eigene Praxis.

Coach und Trainer – ein effizientes Gespann in der Praxis

Fazit: Coaching- und Trainerkompetenzen ergänzen sich hervorragend. Beide Rollen transparent und abgegrenzt ausfüllen, die unterschiedlichen Haltungen leben und dadurch ganzheitliche Entwicklung ermöglichen zu können, bringt für Coaches und KlientInnen gleichermaßen eine Reihe von Vorteilen, die menschen- und bedarfsorientiert sowie wirtschaftlich nachhaltig sind.

Jetzt die eigene Kompetenz ausbauen oder erweitern:

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Train the Trainer Ausbildung

Teamentwicklung Ausbildung